TNS 310 gegen Becker Z201 (Praxistest)

Dieses Thema im Forum "Audio - Navigation - Telekommunikation" wurde erstellt von HappyDay989, 24.01.2009.

  1. #1 HappyDay989, 24.01.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Hallo liebe Kollegen und Freunde automobiler Navigationshilfen,

    willkommen zum Navi-Praxistest, in dem ich ein fest eingebautes Toyota TNS 310 ("das kleine Toyota-Navi") mit dem flexiblen Navigationssystem (auch PNA = Personal Navigation Assistant) Z201 des Herstellers Becker vergleiche. Zu diesem Gerät findet ihr hier einen sehr ausführlichen Einzeltest.


    A) Hintergrundinformationen

    In meinem im September 2006 erworbenen Avensis Kombi 1.8 VVT-i Edition befindet sich ein serienmäßig eingebautes Navigationssystem TNS 310, dessen Listenpreis normalerweise bei 1.500 € liegt. Für die stolze Summe von 300 € ließ ich damals auch noch das TMC-Modul von Toyota einbauen. Für insgesamt 1.800 € also ein Navigationssystem, das europaweite Navigation mittels Piktogrammen und unter Berücksichtigung aktueller Verkehrsmeldungen bietet.

    Die jährlich erscheinenden Karten-Updates liegen preislich bei 159 € und sind damit nicht gerade ein Schnäppchen. Bis zur Ausgabe 2007/2008 lieferte Toyota dabei das Kartenmaterial des TNS 310 für ganz Europa auf einer einzigen DVD. Das hat sich mit der aktuellen Ausgabe 2008/2009 geändert; wer nun von Moskau nach Gibraltar fahren möchte, muß sich mit dem Gedanken anfreunden, nicht nur die Rolle des Fahrers, sondern auch des Discjockeys zu übernehmen. Denn Toyota hat die Daten für alle Navigationssysteme nach geografischen Kriterien auf vier Datenträger verteilt. Selbst wer von Deutschland nach Polen oder von Deutschland nach Spanien fahren möchte, ist schon zu einem DVD-Wechsel mitten während der Reise gezwungen. Und ein solcher Wechsel ist nicht mal eben in wenigen Sekunden erledigt: Der Navigationsrechner mit dem DVD-Laufwerk befindet sich unter dem Fahrersitz und wird durch eine Blende verdeckt, die erst einmal demontiert werden muß. Auch das Austauschen der DVD ist etwas fummelig, zumal auch der Fahrersitz in seiner Position verändert werden muß. :(


    Für einen Bruchteil der o. g. Summe von 1.800 € gibt es eine schier unüberschaubare Zahl flexibler Navigationssysteme (PNA). TomTom, Garmin und Navigon dürften die in Deutschland bekanntesten sein, aber auch traditionsreiche Autoradio-Hersteller wie Blaupunkt und Becker haben eigene Systeme im Programm. Ab 180 € beginnt dabei die Leistungsklasse, die europaweite Navigation mit Karten in 2D und 3D auf einem 3,5" bis 4,3" großen Farbdisplay sowie TMC oder sogar TMCpro bieten. Im Gegensatz zu den ersten Modellen benötigen aktuelle Systeme keine vergleichsweise empfindlichen Speichermedien wie SD-Karten mehr, sondern verfügen über ca. 2 GB internen Flash-ROM, in dem alle benötigten Daten abgelegt werden.

    Kartenupdates bieten die meisten Hersteller dabei entweder 12 bis 24 Monate lang kostenlos oder für einen Betrag zwischen 20 und 50 € recht preisgünstig an. Das Kartenmaterial stammt dabei ohnehin - wie bei allen fest eingebauten oder flexiblen GPS-Navigationssystemen - entweder von Teleatlas oder von Navteq und wird je nach Gerätehersteller mit mehr oder weniger großem Geschick noch mit zusätzlichen Funktionen versehen: Straßennamen, Beschilderungen, Höchstgeschwindigkeitsanzeigen, diversen POI (points of interest, damit können z. B. Tankstellen, Werkstätten, Einkaufsmöglichkeiten, Banken mit Geldautomaten, Briefkästen, Sehenswürdigkeiten u. v. a. m. angezeigt werden), die Möglichkeiten, mittels PC entsprechende Funktionalität hinzuzufügen, sind geradezu gigantisch.

    Technisch basieren flexible Navigationssysteme in der Regel auf einem Windows Mobile- oder Linux Live-System mit einem 400-533 MHz-Prozessor, wobei die Betriebssysteme zugunsten der Navigationsfunktionalität völlig in den Hintergrund treten. Der direkte Zugriff auf die Betriebssystemebene ist über die Oberfläche der Navigationssoftware normalerweise nicht möglich. Zur erweiterten Konfiguration des PNA wird daher ein (Windows-)PC mit einer entsprechenden Software benötigt.


    B) Testkriterien

    Bewertet* wurden die beiden Systeme hinsichtlich
    1. Geschwindigkeit des Starts, der Positionsbestimmung und Routenberechnung (25 %),
    2. der Bedienungsfreundlichkeit bei der Eingabe des Ziels sowie des Speicherns, (Um)benennens und Löschens von Zielen in der Zielliste (25 %),
    3. der Qualität der Navigationsanweisungen während der Fahrt und der Berücksichtung von TMC-Meldungen (30 %) und
    4. der Möglichkeit, Sonderziele wie Tankstellen oder Einkaufszentren ausfindig zu machen (10 %).
    5. Zu guter Letzt werfe ich auch einen kurzen Blick auf den Grad der Integration bzw. Integrierbarkeit in das "Gesamtsystem Toyota Avensis" (10 %).

    * Die Vergleichswertung der Einzelkategorien ist wie folgt aufgebaut:

    Exzellent (1+) = 15 Punkte
    Sehr gut (1) = 14 Punkte
    Noch sehr gut (1-) = 13 Punkte

    Besser als gut (2+) = 12 Punkte
    Gut (2) = 11 Punkte
    Noch gut (2-) = 10 Punkte

    Besser als befriedigend (3+)= 9 Punkte
    Befriedigend (3) = 8 Punkte
    Noch befriedigend (3-) = 7 Punkte

    Besser als ausreichend (4+) = 6 Punkte
    Ausreichend (4) = 5 Punkte
    Noch ausreichend (4-) = 4 Punkte

    Nicht mehr ausreichend (5+) = 3 Punkte
    Mangelhaft (5) = 2 Punkte
    Sehr mangelhaft (5-) = 1 Punkt

    Ungenügend (6) = 0 Punkte

    Um die Gewichtungen entsprechend vornehmen zu können, wird bei jedem Gerät die erreichte Punktzahl mit dem aus dem Gewichtungsprozentsatz abgeleiteten Multiplikator berechnet. Beispiel: Bei 25 % Gewichtung beträgt der Multiplikator 2,5, bei 30 % beträgt er 3,0 usw.


    Weitergehende Funktionen als die Navigation wurden nicht getestet. Das Becker Z201 bietet noch viel weitergehende Möglichkeiten in Sachen Multimedia. Ob und in wie weit diese wirklich sinnvoll sind, überlasse ich dem Urteil des geneigten Anwenders - der von mir oben genannte Einzeltest zeigt ja schon recht eindrucksvoll, was das Z201 so alles kann.


    Gleich geht's weiter...
     
  2. AdMan

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  3. #2 HappyDay989, 24.01.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Und hier der 2. Teil:

    C) PRAXISTEST

    1. Geschwindigkeit

    Das TNS 310 ist sofort nach dem Einschalten verfügbar. Allerdings dauert es ca. 30 Sekunden nach dem ersten Einschalten und dem "Wegdrücken" des Hinweises, das Gerät nicht während der Fahrt zu bedienen, bis die Zieleingabe zur Verfügung steht. So lange benötigt der Navigationscomputer nämlich, bis er die entsprechenden Daten von der DVD und die Liste der schon einprogrammierten Ziele aus dem Festspeicher geladen hat.
    Wählt man nun ein fest einprogrammiertes Ziel, so benötigt das TNS 310 je nach Komplexität der Zielführung zwischen 10 und 20 Sekunden, bevor der Anwender vor die Wahl gestellt wird: schnellste oder kürzeste Route. Sofort nach der Auswahl beginnt die Zielführung. Gesamturteil: Gut (2)!

    Auch das Z201 erweist sich als ein zügiger Kandidat. Zwei, drei Sekunden nach dem Einschalten und "Wegdrücken" des Verweises auf den Vorrang der StVO vor der Bedienung des Gerätes steht das Auswahlmenü zur Verfügung. Ein kurzes Antippen der Schaltfläche "Zieleingabe" und schon ist man in der Liste der einprogrammierten Ziele und hat außerdem die Möglichkeit, eine Adresse einzugeben oder ein Sonderziel (POI) auszuwählen. Sofern Satelliten verfügbar sind, werden diese praktisch sofort gefunden.
    Wählt man nun ein fest einprogrammiertes Ziel, so benötigt das Z201 je nach Komplexität der Zielführung zwischen 10 und 30 Sekunden, bevor die Zielführung beginnt, und zwar nach dem Kriterium, das der Anwender zuvor in den Einstellungen des Systems vorgenommen hat: schnellste, kürzeste, schönste oder optimale Route. Worin der Unterschied zwischen der schnellsten und der optimalen Route besteht? Bei der Wahl der schnellsten Route wird der Anwender nach Möglichkeit immer über Autobahnen oder Bundesstraßen erster Ordnung gelotst, beim Verlassen der Route ertönt sofort der Hinweis, möglichst rasch zu wenden und wieder auf die vorgeschlagene Route zurückzukehren. Bei der Wahl der optimalen Route ist das Z201 erheblich toleranter gegenüber dem eigenen Willen des Fahrzeuglenkers. Die schönste Route führt mittels POI-Liste an bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei oder durch landschaftlich schönes Gebiet, soweit möglich und auf der Strecke liegend. Der Routentyp läßt sich übrigens auch während der Zielführung noch ändern, und auch das geht recht schnell und einfach. Die Route wird dann in Sekunden neu berechnet. Gesamturteil: Gut (2)!

    Der Geschwindigkeitstest ergibt insgesamt leichte Vorteile für das TNS 310 bei der Routenberechnung. Dafür steht das Z201 schneller zur Verfügung, wenn es um die Eingabe des Ziels geht. Fazit: ein Unentschieden, mit dem beide Systeme zufrieden sein können.



    2. Bedienungsfreundlichkeit

    Umständlich ist beim TNS 310 die Eingabe von Adressen, da hier nur der rechte Dreh- und Druckknopf des kombinierten Radio-/Navisystems zur Verfügung steht. Das Hin- und Herscrollen mit dem Drehknopf zur Auswahl der Buchstaben und Ziffern kostet viel Zeit. Die Buchstaben sind überdies so klein und die Position des (viel zu kleinen) Bildschirms so ungünstig, daß man schon fast froh und dankbar sein muß, daß Toyota diese Art der Bedienung während der Fahrt gesperrt hat - hierbei wären Unfälle schon fast garantiert.
    Auch das Anlegen von Zielen und das Bearbeiten der Zielliste ist nur über diverse Menüs und Untermenüs möglich. Ohne Handbuch geht da kaum etwas. Hier lautet das Urteil schlicht und einfach: Mangelhaft (5)!

    Beim Becker Z201 ist die Eingabe von Adressen mittels Touchscreen-Tastatur schnell und einfach. Statt umständlich die Stadt einzugeben, tippt man alternativ die Postleitzahl ein. Ein fiktives Beispiel: Statt "Hintertupfingen-Schöningershausen" eingeben zu müssen, ist es mit den Ziffern "98765" im Feld PLZ auch getan. Auch bei den Straßennamen ist eine vollständige Eingabe nicht nötig, da das Z201 die Suche zunehmend eingrenzt und ein kurze Auswahlliste präsentiert. Einmal auf den Touchscreen tippen, das war's. Auch das Anlegen und Bearbeiten der Zielliste ist denkbar einfach. Einfach auf das Symbol vor dem Ziel in der Liste tippen und schon kann man wählen, ob man das Ziel umbenennen, löschen oder in der Liste nach oben oder unten verschieben möchte. Schneller und einfach geht's kaum, daher lautet hier das Urteil: Gut (2)!

    Den Test der Bedienungsfreundlichkeit gewinnt das Becker Z201 haushoch und verweist das TNS 310 mit seiner umständlichen und teilweise verwirrenden Menüstruktur auf den letzten Platz.

    Dennoch möchte ich hier den eindeutigen Hinweis darauf posten, daß auch die Bedienung eines Z201 mindestens so sehr vom Straßenverkehr ablenkt wie die eines Mobiltelefons. Und dessen Bedienung während der Fahrt ist Fahrzeuglenkern nicht ohne Grund vom Gesetzgeber verboten worden. Also bitte: Auch wenn die Bedienung noch so einfach ausschaut: Lenken und Navi-Bedienung passen nicht zusammen!


    3. Navigationsanweisungen und TMC

    Eigentlich ist dies ein Vergleich zwischen David und Goliath: Das Becker Z201 kann auf seinem großen 4,3"-Display mit einer brillianten 3D-Kartendarstellung, z. T. mit Landschaftshöhenmodellen und Gebäudeansichten aufwarten, während sich das TNS 310 auf die Anzeige simpler Piktogramme und zweidimensionaler Kartenskizzen auf einem viel zu kleinen Display in Schwarz-Weiß-Darstellung beschränkt. Doch zu einer wirklich guten Navigation gehört nicht unbedingt eine dreidimensionale Show auf einem großen Farbdisplay. Wichtiger sind klare, unmißverständliche und rechtzeitige Sprachanweisungen, die es dem Fahrzeuglenker ermöglichen, sein Augenmerk auf den Straßenverkehr zu richten (statt auf das Navi) und trotzdem sein Ziel zu finden.

    Und hier schlägt, so verblüffend es klingen mag, die große Stunde des TNS 310. Denn sämtliche Anweisungen werden von einer natürlich und freundlich klingenden Frauenstimme deutlich und verständlich erteilt, und vor allem: sie erfolgen immer rechtzeitig. Genau so wünscht man sich das. Damit kein Radioprogramm oder Musik von der CD die Verständlichkeit der Ansage beeinträchtigt, wird deren Ausgabe während einer Ansage ausgeblendet. Das ist Spitze.

    Das Z201 gehört hinsichtlich Sprachanweisungen in die Oberklasse der flexiblen Navigationssysteme, aber dennoch klingt die Frauenstimme nicht so freundlich und natürlich wie die des TNS 310. (Die Qualität der Stimme des männlichen Sprechers ist übrigens nicht besser, sondern eher schlechter.) Auch wenn das Z201 sogar den Namen der Straße ansagt, in welche man einbiegen soll, erfolgen die Anweisungen bei direkt aufeinander folgenden Abbiegemanövern nicht immer rechtzeitig. Sagt das TNS 310 z. B. "In 200 m links abbiegen, dann sofort in die erste Straße rechts", so bringt das Z201 zunächst die Ansage "In 200 m links abbiegen in die Musterstraße", um dann erst während oder sogar erst nach Abschluß dieses Abbiegemanövers verlauten zu lassen "Jetzt rechts abbiegen in die Beispielstraße." Leider ist man in mindestens drei von zehn solcher Situationen bereits an der Abbiegemöglichkeit vorbeigefahren, wenn man nicht auf der Kartendarstellung bereits den genauen Verlauf des Manövers beobachtet hat. Dies aber lenkt vom Verkehr ab und führt daher zur Abwertung.

    Ein weiterer Aspekt, bei dem das TNS 310 die Nase vorne hat, ist die Navigation ohne GPS-Signal, das sogenannte dead reckoning. Während das TNS 310 mühelos anhand der Radsenoren und des Tachosignals feststellen kann, ob sich das Fahrzeug bewegt, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit, kann das Z201 nur davon ausgehen, daß der Fahrzeuglenker z. B. im Tunnel NICHT in einen Stau geraten ist und nicht entgegen der Anweisung eventuell eine Abfahrtsmöglichkeit im Tunnel genutzt hat. Weicht der Fahrer von der vorgegebenen Route ab, so ist das Z201 ohne GPS-Signal so lange orientierungslos, bis es wieder die Signale von mindestens drei Satelliten empfängt.

    Bei der Berücksichtung von TMC-Meldungen nehmen sich beide Systeme nichts. Beide bieten die komfortable Möglichkeit, aktuelle Stau-, Baustellen- und Unfallmeldungen in die Berechnung der Route einzubeziehen und die Routenführung entweder automatisch oder nach Bestätigung per Knopfdruck bzw. Druck auf den Touchscreen der aktuellen Verkehrslage anzupassen. Dies ist bei beiden Systemen gleich gut gelöst.

    Fazit: Das Kapitel Navigationsanweisungen entscheidet das TNS 310 mit dem Urteil "Exzellent (1+)" klar für sich. Das Z201 schlägt sich für ein flexibles System wacker, kann aber die systembedingten Vorteile eines Festeinbaus nicht vollständig ausgleichen. Mit dem Urteil "Noch gut (2-)" ist Beckers PNA aber durchaus empfehlenswert.

    Gleich geht's weiter mit dem letzten Teil...
     
  4. ylf

    ylf Guest

    Ich bin jetzt zu faul, sämtliche Hersteller abzuklappern, aber bislang war es eigentlich so, neues Kartenmaterial gibt es einmal im Jahr nur zusammen mit neuer Software und für West Europa dann für etwa 150,-€. Deutschland plus BeNeLux für 99,-€.
    Kein Unterschied zum Festeinbau.

    Und meine Erfahrung, das PNA (meines Vaters), eines der ersten dieser Art, arbeitet nicht zuverlässig, egal mit welcher Software.

    bye, ylf
     
  5. #4 HappyDay989, 24.01.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    C) PRAXISTEST (Fortsetzung)

    4. Sonderziele (POI)

    Wo ist die nächste Tankstelle? Gibt es hier in der Nähe eine Bank mit Geldautomat? Was ist mit einem Hotel oder Restaurant? Solche und ähnliche Fragen lassen sich mit Hilfe eines sogenannten POI-Finders leicht beantworten.

    POI bedeutet points of interest, also "interessante Orte" und ist der Sammelbegriff für alles, was man nicht primär mit einer bestimmten Adresse, sondern mit der gebotenen Funktion oder Dienstleistung des Ortes verbindet. Bei einer Tankstelle interessiert es nicht, ob sie in der Muster- oder Beispielstraße liegt, sondern nur, wie man dorthin kommt, um nicht wegen Spritmangels liegenzubleiben.

    Diese Kategorie ist eine der Paradedisziplinen der flexiblen Systeme. Mittels PC lassen sich aus dem Internet diverse mehr oder weniger sinnvolle und gut gemachte POI-Kategorien (sogen. Layer) herunterladen, auf den PNA kopieren und dann je nach Bedürfnis und Wunsch ein- und ausblenden. Und Dank der Kartendarstellung sieht man auch, wo in etwa ein relevanter POI liegt und kann sich per Klick auf das entsprechende Symbol dorthin navigieren lassen. Alternativ dazu gibt es eine Liste sämtlicher POI, mit der man sich ans gewünschte Ziel bringen läßt.

    Mit soviel Komfort kann das TNS 310 längst nicht aufwarten. Es gibt nur eine relativ begrenzte Auswahl von POI wie Tankstellen, Toyota-Werkstätten, öffentliche Gebäude usw. Die Liste läßt sich durch den Anwender nicht beeinflußen; was fehlt oder falsch eingetragen ist, das fehlt eben oder ist falsch eingetragen. Die Hinzufügung oder Korrektur erfolgt frühestens ein Jahr später und ist davon abhängig, ob die Programmierer des Kartenmaterials die Auslassung bzw. den Fehler berichtigen. Die Auswahl der POI im Gerät erfolgt, analog zur Bedienung des TNS bei der Navigation, ausschließlich über Menüs und Untermenüs und kann insgesamt nur als sehr umständlich und wenig intuitiv bezeichnet werden.

    In dieser Kategorie spielt das Z201 ganz klar die Vorzüge seiner modernen Oberfläche und Bedienung aus und setzt sich mit einem glatten "Sehr gut (1)" vor das TNS 310 mit "Noch ausreichend (4-)".


    5. Integration in das "Gesamtsystem Toyota Avensis"

    Natürlich vermag es nicht zu erstaunen, daß das TNS 310 in Punkto Integration ins Fahrzeug einem flexiblen System überlegen ist.
    Es gibt keine im Fahrzeug freiliegenden Kabel, GPS- und TMC-Signalempfang sind stets optimal, und die Navigation ohne anliegendes GPS-Signal ist dank der Signale von den Radsensoren und vom Tacho sehr zuverlässig. Dazu kommt die vorzügliche Sprachausgabe der Anweisungen, das Ausblenden von Radio oder CD bei der Ansage der Anweisungen sowie eine Lautstärke, die durch das integrierte ASL automatisch an die Fahrgeräusche angepaßt wird. Lediglich die extrem umständliche Menüführung ist kritikwürdig, ändert aber nichts an dem Umstand, daß die Gesamtnote in dieser Kategorie "Besser als gut (2+)" lautet.

    Das Z201 kann naturgemäß nicht mit den Vorzügen einer Integration ohne sichtbare Kabel aufwarten. Becker sei Dank ist das Kabel ausreichend lang, jedoch nicht zu lang, so daß keine riesigen Überlängen verstaut werden müssen. Die TMC-Antenne ist zwar nicht sehr elegant (einfache Wurfantenne), läßt sich aber leicht an der Stromversorgung befestigen und bringt trotzdem ein schnell und zuverlässig ein ausreichend starkes Signal, ebenso wie der im Gerät eingebaute GPS-Empfänger. Ein weiterer Vorteil ist die aktive Gerätehalterung. Dadurch, daß Stromversorgung und TMC-Antenne an der Halterung und nicht direkt am Gerät angeschlossen werden, kann das Gerät mit einem schnellen Handgriff eingesetzt und ebenso schnell wieder aus der Halterung entfernt werden. Das Z201 verfügt außerdem über eine automatische Umschaltung der Display-Helligkeit (Tag/Nacht/Tunnel) und läßt sich in der Lautstärke so regulieren, daß selbst bei einem hohen Fahrgeräuschniveau die Ansagen verständlich bleiben. Eine automatische Lautstärkeanpassung hat das Gerät dagegen ebenso wenig wie ein zuverlässiges dead reckoning, also eine wirklich zuverlässige Fortführung der Navigation ohne GPS-Signal.Korrektur: Das Z201 verfügt tatsächlich über eine automatische Lautstärkeanpasssung (LSA), allerdings macht sich diese nur bei einer starken Zunahme der Fahrtgeräusche bemerkbar. Bezüglich dead reckoning ergibt sich keine Änderung. Es ergibt sich trotz des Vorhandenseins der automatischen LSA keine Änderung der Wertung mehr. Letzterer Mangel (= das Fehlen von dead reckoning) ist aber systembedingt, denn wie sollte ein flexibles System Zugriff auf den Tacho und die Radsensoren erhalten? Insgesamt fällt das Z201 in dieser Kategorie deutlich hinter das TNS 310 zurück und schneidet nur dank des aktiven Halters immerhin noch mit "Ausreichend (4)" ab.



    D) GESAMTWERTUNG

    Ausgehend von dem im ersten Beitrag erläuterten Punktesystem ergibt sich nun folgendes, prozentual entsprechend gewichtetes Ergebnis.:

    1. Geschwindigkeit (25 % des Gesamturteils ==> maximal 15 x 2,5 = 37,5 Wertungspunkte)
    TNS 310 = Gut (2): 11 Punkte in der Kategorie ==> 27,5 Wertungspunkte
    Z201 = Gut (2): 11 Punkte in der Kategorie ==> 27,5 Wertungspunkte

    2. Bedienungsfreundlichkeit (25 % des Gesamturteils ==> maximal 15 x 2,5 = 37,5 Wertungspunkte)
    TNS 310 = Mangelhaft (5): 2 Punkte in der Kategorie ==> 5 Wertungspunkte
    Z201 = Gut (2): 11 Punkte in der Kategorie ==> 27,5 Wertungspunkte

    3. Navigationsanweisungen und TMC (30 % des Gesamturteils ==> maximal 15 x 3,0 = 45 Wertungspunkte)
    TNS 310 = Exzellent (1+): 15 Punkte in der Kategorie ==> 45 Wertungspunkte
    Z201 = Noch gut (2-): 10 Punkte in der Kategorie ==> 30 Wertungspunkte

    4. Sonderziele (10 % des Gesamturteils ==> maximal 15 x 1,0 = 15 Wertungspunkte)
    TNS 310 = Noch ausreichend (4-): 4 Punkte in der Kategorie ==> 4 Wertungspunkte
    Z201 = Sehr gut (1): 14 Punkte in der Kategorie ==> 14 Wertungspunkte

    5. Integration (10 % des Gesamturteils ==> maximal 15 x 1,0 = 15 Wertungspunkte)
    TNS 310 = Besser als gut (2+): 12 Punkte in der Kategorie ==> 12 Wertungspunkte
    Z201 = Ausreichend (4): 5 Punkte in der Kategorie ==> 5 Wertungspunkte


    Ingesamt konnte ein Gerät also maximal 150 Wertungspunkte erzielen.

    - Das TNS 310 erzielte 93,5 von 150 möglichen Wertungspunkten.
    - Das Becker Z201 erzielte 104 von 150 möglichen Wertungspunkten.


    FAZIT:
    Insgesamt bietet das Becker Z201 den deutlich höheren Gegenwert fürs Geld. Mit knapp 220 € erhält man hier ein Gerät, das sowohl in der Bedienung als auch in den Komfortmerkmalen dem veraltet wirkenden TNS 310 um Längen überlegen ist und lediglich in der Qualität der Navigationsansagen und bei der Zuverlässigkeit der Navigation ohne GPS-Signal ("Tunnel-Navigation") nur den zweiten Platz belegt, ohne dabei echte Schwachpunkte aufzuweisen. Mit dem frei konfigurierbaren Geschwindigkeitsanzeiger und -warner (bitte nicht mit einem "Blitzerwarner" verwechseln, dessen Betrieb in Deutschland verboten ist!) trägt es zudem noch zur Verkehrserziehung und zur Vermeidung von Strafmandaten bei.

    Das TNS 310 büßte vor allem durch seine extrem umständliche Menüführung wichtige Punkte ein und ist außer bei der Qualität der Sprachansagen und der Integration ins Fahrzeug in keiner Kategorie seinen Anschaffungspreis von 1.800 € (1.500 € fürs TNS 310, 300 € fürs TMC-Modul) auch nur annähernd wert. Außerdem dürfte man bei einem derartig hohen Anschaffungspreis zumindest für fünf Jahre kostenlose Karten-Updates erwarten.




    @ ylf: Ich hoffe, mein kleiner Test hat Deine Kenntnisse auf den aktuellen Stand gebracht. Über die Zuverlässigkeit des Becker Z201 kann ich mich nicht beklagen; bislang ist kein einziger Absturz oder Aussetzer zu verzeichnen gewesen. Oftmals sind es übrigens anwenderseitige Eingriffe in die Software (andere Skins, zu viele POI-Layer oder Modifikationen über offiziell nicht freigegebene Software-Einstellungen usw.), die zu Instabilitäten im Betrieb führen. Wenn man also nicht weiß, was man tut, sollte man halt die Finger von Modifikationen per Software lassen oder zumindest vorher eine Sicherungskopie des Speicherinhalts seines PNA anlegen.
     
  6. ylf

    ylf Guest

    Bei Navigon kostet das Kartenupdate für zwei Jahre 99€. Nicht so wirklich günstig.
    Aus meiner Sicht ist das Kartenupdate auch nicht so das Problem. Zur Zeit werden in Deutschland nicht so viele neue Straßen gebaut, als das man ständige Update bräuchte. ;)

    Aber scheinbar gibt es ein Umdenken bei den Navi-Herstellern. Vielleicht sind die Absatzzahlen der neuen Softwareversionen rückläufig, schließlich halten sich die Neuerungen an Features in Grenzen.

    An dem Problem PNA ist nichts gepacht. Ist ein Medion PNA 150 und wie bereits gesagt, eines der ersten Geräte seiner Art. Mein Vater nutzt es aber zu selten, als das es sich lohnen würde da nochmal Geld rein zu buttern. Ist einfach nur ärgerlich.

    Das ein PNA ein besseres Preis Leistungs Verhältnis hat, ist eigentlich jedem klar, da bedarf es keinen aufwendigen Tests. Andererseits, mein Multivisonsnavi kann schon seit sechs Jahren all das, was PNA's erst heute können. Sowas wie Spurassistent usw. Also vergleich mal ein sechs Jahre altes PNA mit deinem TNS3x0. :D

    bye, ylf
     
  7. rohoel

    rohoel Guest

    nun vergleichen wir aber heute und da würde ich mein getuntes medion gegen keinen festeinbau tauschen wollen, selbst wenn der preis mal außen vor bleibt. selbst ungeskinnt und ungetunt ist ein kartenupdate für die nächsten 2 jahre für 99 euro günstig, wenn man bedenkt, daß es alle drei monate neue gibt. ich im außendienst weiß das sehr zu schätzen.

    meiner meinung nach müssen die hersteller der fahrzeuge langsam reagieren und wirklichen mehrwert für den preis bieten oder selbigen senken.

    ich fand den test sehr informativ und meine meinung hat er bestätigt.


    mfg rohoel.
     
  8. Prog

    Prog Foren Gott
    Administrator

    Dabei seit:
    15.03.2004
    Ort:
    Sulzbach/Taunus
    Fahrzeug:
    Auris Touring Sports 1,6-l-D-4D Executive 112 PS (Bj. 02/2016) Aktuell 13000 km
    Verbrauch:
    Da kann ich mich nur anschließen, ich finde den Test ebenfalls äußerst informativ.
    Vielen Dank dafür.

    Prog

    P.S. War Olaf nicht weiland ein glühender Verfechter des TNS 310, gegen alle portablen Navis??
     
  9. #8 Eispirat84, 24.01.2009
    Eispirat84

    Eispirat84 Guest

    Fahre seit 4Jahren mit mobilen Navis und bin sehr zufrieden, tägliche Kartenaktualisierung plus Stauwarner (TMC), feste und mobile Blitzer (aller zwei Wochen update) !

    Wenn ich nun ein festes hätte, hätte ich ja weniger Platz für andere Sachen, oder müßte auf bessere Sachen wie ein 6fach MP3 Wechsler verzichten!
     
  10. #9 toyo-chris, 24.01.2009
    toyo-chris

    toyo-chris Profi

    Dabei seit:
    13.03.2005
    Ort:
    Schweiz - Jurasüdfuss
    Fahrzeug:
    Ex: T25 Kombi 2.4
    Ich habe lange überlegt, das TNS310 nachzurüsten.

    Schlussendlich habe ich mich aus Kostengründen für ein TomTom One Europe entschieden - und es nicht bereut. Das TomTom (welches ich nur gelegentlich brauche) erfüllt seinen Zweck absolut und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das herunterhängende Kabel stört mich nicht.
     
  11. #10 Eispirat84, 24.01.2009
    Eispirat84

    Eispirat84 Guest

    Herunter hängende Kabel? Habe mein Kabel unterhalb des Staufaches hinter die Amatur verschwinden lassen, unter den Beifahrersitz nach hinten verlegt, somit ist vorn der Anschluß frei und keine lästigen Kabel, :kn:
     
  12. Smoerb

    Smoerb Guest

    guten morgen oder besser guten abend :**

    also wenn man bei navigon ein neues gerät kauft bekommt man die 2 Jahre karten update für nur 20€ .. das ist wirklich sau billig wenn man bedenkt das man dafür 4 mal jährlich neue karten bekommt. :)

    für mich kommt ein fest eingebautes navi garnicht in frage.. bei 2 autos (meins + das meiner Freundin und einem motorrad ist mir das zu unflexiblel :P das navigon nehm ich einfach überall hin *g*

    gruß chris
     
  13. #12 HappyDay989, 25.01.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Hallo Martin,

    ja, es ist richtig, daß ich durchaus fest eingebaute Navigationssysteme mag, eben weil sie so gut ins "Gesamtsystem Fahrzeug" integriert sind. Aus der Bewertung der beiden entsprechenden Kategorien wird dies ja auch klar und deutlich, denn die gewinnt das TNS 310 sehr deutlich vor dem Z201 (und hätte sie wohl auch vor jedem anderen PNA gewonnen). Hätte Toyota nicht seine "Kartenverteilungspolitik" geändert, sondern alle Daten für das TNS 310 auf einer DVD belassen, statt sie mit den Daten für alle anderen ihrer Navi-Modelle auf vier DVD aufzuteilen, hätte ich mir vermutlich sogar noch einmal das Karten-Update gekauft. Aber irgendwie finde ich so etwas schon schwachsinnig: Sämtliche PNA-Hersteller bringen 2D-/3D-Kartenmaterial für 40 europäische Länder nebst endlosen POI-Listen auf 2 GB internem Speicher oder SD-Speicherkarten unter. Und Toyota kriegt es nicht gebacken, auf einer DVD mit 4,3 GB Speicherplatz sämtliche Daten für Europa für wenigstens zwei Systeme unterzubringen, darunter auch ein praktisch rein Piktogramm basiertes, das keinerlei grafische Daten darstellen muß? :rolleyes:

    Also: es kann mich niemand daran hindern, klüger zu werden. Die PNA vor zwei Jahren arbeiteten mit SD-Speicherkarten, die gegenüber den heute üblichen Flash-ROM-Speichern langsamer und fehleranfälliger waren. Dazu kommt noch, daß vor zwei Jahren Windows Mobile 5 (und z. T. sogar noch WM 4) eingesetzt wurden, während inzwischen WM 6 oder Linux Live (z. B. TomTom) eingesetzt wird. Diese beiden neuen Systeme haben einen erheblichen Gewinn an Stabilität und Sicherheit im laufenden Betrieb gebracht. Dazu kommt noch, daß nicht nur die Funktionalität von PNA gegeben ist, sondern auch die Bedienungsfreundlichkeit durch ein entsprechendes "Screen-Design" besser geworden ist: moderne PNA zeichnen sich durch große, eindeutig gekennzeichnete Schaltflächen aus und erlauben sogar eine halbwegs sichere Bedienung während der Fahrt, obwohl ich nach wie vor dringend von einer solchen abrate!


    @ ylf: Den Medion-PNA MD150 kenne ich auch noch, das Teil war/ist der letzte Mist. Das liegt übrigens nicht an der Software, sondern an der Hardware, denn da wurde der allerletzte Schrott zusammengelötet. Hersteller war übrigens die Firma Yakumo, und die war nie für erstklassige Produkte bekannt, sondern immer nur für schlechte, im besten Fall mittelmäßige Qualität. Es wundert mich nicht, daß Dein Vater damit Probleme hat. :rolleyes:


    @ Eispirat84: Du weißt aber schon, daß der Einsatz von "Blitzerwarnern" in Deutschland gesetzlich verboten ist, nicht wahr? Abgesehen davon verleiht so eine Funktionalität im PNA auch ein falsches Gefühl von Sicherheit, denn wenn Du Dich darauf verläßt, daß Du immer auf dem neusten Stand hinsichtlich Geschwindigkeitskontrollen bist, dann wirst Du irgendwann mal, im trügerischen Gefühl, daß Dich der PNA schon informieren wird, durch eine nicht im Gerät verzeichnete mobile Kontrolle rauschen. :rolleyes:

    Ich bin vor allem der Meinung, daß in diesem Forum keine illegalen Tips und Tricks gepostet werden sollten, die nur der Umgehung von Maßnahmen dienen, mit denen die Einhaltung durchaus sinnvoller Verordnungen überprüft werden soll. Denn noch immer sterben in Deutschland jedes Jahr einige 1000 Menschen im Straßenverkehr. Neben Alkohol ist überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache dafür. M. E. finden hierzulande noch viel zu wenige Geschwindigkeitskontrollen statt.
     
  14. ylf

    ylf Guest

    ... und da gibt es kein TNS 310 mehr sondern ein HDD Navigationssystem mit Rückfahrkamera für 1800€ Aufpreis, wenn ich mich recht entsinne. Kuck::

    Nichts für ungut. :D

    P.S.: Angaben ohne Gewähr
     
  15. #14 HappyDay989, 25.01.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Auf diesem Bild seht ihr übrigens die beiden Testkandidaten friedlich vereint:

    [​IMG]

    Anzeige und Bedienelemente des TNS 310 sind ins Radio integriert, der Navigationsrechner mit dem DVD-Laufwerk befindet sich unter dem Fahrersitz. Die TMC-Antenne hat ihr Empfangsteil etwas oberhalb der Rückspiegelhalterung, die Verkabelung verläuft unsichtbar hinter der Verkleidung. Das ist vom Grad der Integration schon sehr gut, hat aber natürlich seinen Preis.

    Das Becker Z201 ist mit der Saugnapfhalterung auf dem Deckel des Ablagefachs im Armaturenbrett befestigt und hält da tatsächlich bombenfest. Stromversorgung und TMC-Antenne sind mit ein paar Streifen Klebeband zu einem sehr dünnen "Kabelbaum" zusammengefaßt, die Stromversorgung erfolgt über die Steckdose des Zigarettenanzünders im Aschenbecher (wie gut, daß ich im Auto nicht rauche ;)), die Überlänge wurde mit einem Kabelbinder zusammengefaßt und liegt in der Aschenbecherschale. Von echter Integration würde ich da nicht reden, aber es ist auch nicht wirklich störend. Der Deckel des Ablagefachs läßt sich immer noch problemlos öffnen (ist genügend Spiel im Kabel), und das Kabelbäumchen stört bei der Bedienung der Schalter und Regler in keiner Weise.

    Ich entschuldige mich für die bescheidene Bildqualität, aber ich wollte unbedingt mal testen, wie gut die Kamera meines Nokia E90 ist. Nun weiß ich, daß sie nicht viel taugt. (Daß meine Nikon D90 bessere Bilder macht, wußte ich allerdings schon vorher... ;))



    Gut, daß Du den letzten Satz dazu geschrieben hast, denn die Angabe ist falsch.

    Das normale DVD-Navi mit 6,5"-Touchscreen für europaweite Routenführung und mit Bluetooth-FSE kostet beim Sol 950 €. Bei Exe und Tec gibt's nur das Festplatten-Navi mit 7,0"-Touchscreen und dem von Dir beschriebenen Schnickschnack, das kostet dann allerdings stolze 1.900 €. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: für eine blöde Webcam (Rückfahrkamera ist im Grunde doch nichts anderes), einen halben Zoll (= 1,27 cm) mehr Bildschirmdiagonale und eine 20 GB-Festplatte, von der nur 10 GB überhaupt dem Benutzer zur Verfügung stehen, will Toyota gegenüber dem Navi der Sol-Ausstattung fast einen Tausender mehr haben! :**

    In beiden Fällen kosten Digitalradio (290 €) und iPod-/MP3-Player-Anschluß (230 €) übrigens entsprechende Aufpreise - Toyota hat von VW & Co. gelernt und die Liste der aufpreispflichtigen Extras entsprechend erweitert. :aua:
     
  16. #15 Suitcase, 13.02.2009
    Suitcase

    Suitcase Ehrenmitglieder
    Ehrenmitglied

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    Rheinberg
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    Nissan Qashqai +2 1.6l 117PS
    Verbrauch:
    Das Becker Z201 kostet nur heute übrigens bei Quelle 199,99 Euro.

    Klick

    Kombiniert mit dem Gutscheincode "SPAREN19" oder "KLee19" oder "Katalog19" wird das Gerät soagr noch 10,- Euro günstiger.

    Guido
     
  17. #16 HappyDay989, 13.02.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Da könnte ich mich jetzt ärgern, daß ich zu früh gekauft habe, aber was soll's? Bei elektronischen Geräten weiß man um den Umstand der Preisentwicklung "im freien Fall," von daher tröste ich mich damit, daß ich euch den obigen Test nicht hätte schreiben können, wenn ich das Gerät nicht schon seit Wochen in Benutzung hätte. ;)

    In einem Jahr gibt's wahrscheinlich die Restposten des Z201 für 99 € bei "MädchenMarkt" und "Satt-Im-Turm." Wer solange warten möchte, kann sich ja bis dahin gerne noch ein bißchen "nach Landkarte" verfahren. ;)
     
  18. #17 HappyDay989, 29.04.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Nochmal ein kurzer Nachtrag zu meinem Navi-Test von vor zwei Monaten.

    Heute hatte ich ausgiebig Gelegenheit, mein Z201 mal so richtig zu quälen. Aufgabe: Finde die optimale Route von Hattingen nach Brüssel, innerhalb Brüssels quer durch die Innenstadt zu einigen Touristenattraktionen und anschließend wieder zurück nach Hattingen.


    Um es kurz zu machen:

    1. Den Hinweg berechnete mir das Becker-Navi recht zügig und verarbeitete auch die anfallenden Verkehrsstörungsmeldungen einwandfrei; sie wurden je nach meiner Entscheidung entweder in die Routenberechnung umgesetzt, oder eben nicht.

    2. Das Navigieren innerhalb Brüssels war dann schon eine sehr viel härtere Herausforderung, in den vielen kleinen Sträßchen und Gässchen verhaspelte sich das Z201 insgesamt zweimal und brauchte dann halbe Ewigkeiten, um die Routenführung erneut zu kalkulieren - Zeit, in der man in einer wildfremden Stadt normalerweise so lange am Straßenrand warten würde, bis das Navi ansagt, wie's denn nun weitergeht. Aber nicht so in Brüssel, denn Parken am Straßenrand ist dort ebenso praktisch unmöglich wie ein Anhalten, das über die Dauer einer Ampelschaltung hinausgeht. Danach beginnt hinter einem ein Hupkonzert, das einem in Mark und Bein geht.

    3. Den Rückweg aus dem Stadtzentrum heraus, und das auch noch zur Rush Hour, erwies sich für das Z201 dann als endgültig zuviel des Guten, es klinkte sich regelrecht aus und brauchte minutenlang, um neue Routen zu berechnen, die es dann Sekunden später selbst wieder verwarf, um wieder minutenlang neue Routen zu berechnen usw. Hätte ich darauf gewartet, daß mich das Becker-Navi aus Brüssel herauslotst und sicher auf die Autobahn nach Hause führt, so würde ich jetzt vermutlich immer noch in der Nähe des Grand-Place (für die Wallonen, oder Grote Markt für die Flamen) meine Runden drehen, inzwischen aber wohl eher auf der dringenden Suche nach einer Tankstelle. :rolleyes:

    4. In dieser Situation wollte ich das grausame Spiel beenden und die Routenführung des Z201 abbrechen. Ich hatte noch nicht ganz den Bildschirm berührt, da wurde der auch schon schwarz. Das Gerät hatte sich komplett aufgehängt und leitete dann selbsttätig einen Neustart ein. Da ich gerade an einer Ampel stand, schoß mir nur der Gedanke durch den Kopf, daß ein fest eingebautes Navi mit einer drei Jahre alten DVD immer noch besser sei als ein mobiles System mit aktuellem Kartenmaterial, das mit der Umsetzung meines ganz simplen Navigationswunsches "Ich will nach Hause" offenbar völlig überfordert war und überdies noch immer damit beschäftigt, sich wieder in einen betriebsbereiten Zustand zu bringen.

    5. Also fix das TNS 310 eingeschaltet, und es gerade noch vor dem Anfahren geschafft, die richtigen Tasten zu drücken, um die Zielführung zu aktivieren. Tja, was soll ich sagen: Das System leitete mich perfekt wieder aus Brüssel heraus; alle Ansagen erfolgten rechtzeitig und waren so eindeutig, daß ein Verfahren praktisch ausgeschlossen war. Korrekturen, die aufgrund meines Befolgens einiger Umleitungsschilder notwendig waren, erfolgten dabei so rasch, daß man keinerlei Verzögerungen durch die Neuberechnung der Route erfuhr. Einziges Manko: Während mein Z201 auch in den Niederlanden und Belgien TMC-Nachrichten empfangen und in die Routenberechnung einbeziehen konnte, blieb - trotz vorhandenen TMC-Moduls zum TNS 310 - das Toyota-Navi in Sachen Staumeldungen taub und blind.

    Fazit: Vor komplexen Routenführungen sollte man sein mobiles Gerät vielleicht besser komplett neustarten. Oder eben einen Festeinbau in Reserve halten. ;)
     
  19. #18 goescha, 29.04.2009
    goescha

    goescha Foren Gott
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    Hallo

    tja Olaf. Was lernen wir daraus? Wenn man mit einem schlechten Navi, in dem Fall das Z201 unterwegs ist, sollte man entweder einen Diesel fahren oder aber eine mobile Toilette dabei haben
    :prankster: oder wie der Dichter sagen würde: warum denn in die Ferne schweifen, schau das Gute liegt so nah. :ÖÖ:

    Gruß Götz
     
  20. AdMan

    Schau doch mal in die Avensis-Kategorie.

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  21. #19 HappyDay989, 29.04.2009
    HappyDay989

    HappyDay989 Guest

    Mobile Toilette wäre überflüssig gewesen; Brüssel ist m. E. eine ziemlich schmutzige Stadt, da hätte man auch einfach aus dem heruntergelassenen Autofenster ... können - wäre wohl nicht weiter aufgefallen. :rolleyes:

    Nun, schlecht im eigentlichen Sinn ist das Z201 durchaus nicht. Ich hatte es nur seit Wochen (übrigens störungsfrei) benutzt, ohne es zwischendurch komplett neu zu starten; daher vermute ich, daß Windows Mobile 6 (das Betriebssystem, auf dem die Navigationssoftware aufsetzt) nicht mehr über genügend Ressourcen (Speicher usw.) verfügte. Dieses Problem ist ja auch von Rechnern mit normalen Windows-Systemen (XP, Vista usw.) bekannt. Nach dem Neustart nahm ich dann, als ich aus dem Stadtzentrum von Brüssel wieder heraus war und der doch arg chaotischen und z. T. rücksichtslosen Fahrweise vor allem der örtlichen Taxi- und SUV-Fahrer entgangen war, die Routenführung mit dem Becker-Navi wieder auf und siehe da, es funktionierte prächtig. Und im Gegensatz zum TNS 310 eben auch unter Berücksichtigung der Verkehrsmeldungen im Ausland - was mir auf dem Rückweg übrigens mindestens eine Stunde Standzeit in einem 10 km langen Feierabend-Stau auf dem Weg zwischen Brüssel und Leuven ersparte.

    Daher auch mein Fazit: Vor komplexen Zielführungen sollte man ein mobiles Gerät auf Windows Mobile-Basis komplett neustarten.
     
  22. #20 Summer221, 08.06.2009
    Summer221

    Summer221 Guest

    Hallo Olaf,

    ich bin drauf und dran Deiner Erfahrung zufolge jetzt das Becker Z201 bei amazon.de für nunmehr 179 Euronen zu bestellen, weil besser als mein Medion "Geländefurz" (2007 € 200.--) ist es allemal

    Danke für Deinen ausführlichen Bericht und wenn ich meinen AV Mitte Juli erhalte (Hi nur noch 4 Wochen) werde ich dort einen guten Platz suchen.

    Schöne Woche noch, Gruss Peter
     
Thema:

TNS 310 gegen Becker Z201 (Praxistest)

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