Schubabschaltung

Diskutiere Schubabschaltung im T25: Avensis - Allgemein Forum im Bereich Avensis T25: von 04-2003 bis 12-2008; Hallo! Freunde von mir behaupten, daß die Schubabschaltung (Motorbremse) bei längerer Bergabfahrt dem Motor schadet. Dies sei vor kurzem im...

  1. lama

    lama Guest

    Hallo!
    Freunde von mir behaupten, daß die Schubabschaltung (Motorbremse) bei längerer Bergabfahrt dem Motor schadet. Dies sei vor kurzem im Fernsehen gekommen. Bin jetzt verunsichert da ich ja regelmäßig Dragensteiner Hang und Aichelberg kilometerweit ohne Gas mit Motorbremse runterrolle...weiß jemand etwas mehr über dieses Thema?
    Grüße aus dem Allgäu
    Burkhard
     
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  3. tiwe74

    tiwe74 Guest

    Zitat:
    lama schrieb am 14.01.2006 12:48
    Hallo!
    Freunde von mir behaupten, daß die Schubabschaltung (Motorbremse) bei längerer Bergabfahrt dem Motor schadet. Dies sei vor kurzem im Fernsehen gekommen. Bin jetzt verunsichert da ich ja regelmäßig Dragensteiner Hang und Aichelberg kilometerweit ohne Gas mit Motorbremse runterrolle...weiß jemand etwas mehr über dieses Thema?
    Grüße aus dem Allgäu
    Burkhard


    In den Bergen kommt man um die sog. "Motorbremse" doch gar nicht drumrum, alles andere ist doch lebensgefährlich!
     
  4. poh

    poh Profi

    Dabei seit:
    13.11.2005
    Fahrzeug:
    T25 1.8, GS300 S19
    nun, im 3. Gang bei 4250 Umdrehungen oder sogar drüber, bestimmt.

    Oder du hast ein 2 Takter [​IMG]

    Welche Sendung war das ? Die mit der Maus ?
     
  5. #4 Reinhart, 14.01.2006
    Reinhart

    Reinhart Guest

    Zitat:
    lama schrieb am 14.01.2006 12:48
    Hallo!
    Freunde von mir behaupten, daß die Schubabschaltung (Motorbremse) bei längerer Bergabfahrt dem Motor schadet. Dies sei vor kurzem im Fernsehen gekommen. Bin jetzt verunsichert da ich ja regelmäßig Dragensteiner Hang und Aichelberg kilometerweit ohne Gas mit Motorbremse runterrolle...weiß jemand etwas mehr über dieses Thema?
    Grüße aus dem Allgäu
    Burkhard

    Mir wurde vor langer Zeit, da war das auch schon mal Thema, erklärt, durch die langen Bergabfahrten käme es durch den Unterdruck zum Einsaugen von Motoröl in den Verbrennungsraum. Man konnte das bei den Fahrzeugen auch schön beobachten, wenn sie wieder Gas gaben und hinten eine blaue Fahne herauskam. Da gab es aber noch keine Schubabschaltung - es kam also immer bei den Vergasermodellen das Standgasgemisch mit rein. Bei der Schubabschaltung wird ja kein Kraftstoff eingespritzt. Es verbleibt also bei der normalen Schmierung durch das Motoröl, evtl. durch den Unterdruck in minimal größerer Menge. Eine Verdünnung des Schmierfilmes durch unverbrannten Kraftstoff findet somit nicht statt.
    Solange keine bessere Erklärung kommt, gehe ich davon aus, dass es zu keiner Schädigung des Motors kommen kann. Wie es natürlich mit dem Kat aussieht?
    Gruß Reinhart
     
  6. lama

    lama Guest

    @poh: ?
     
  7. erwin

    erwin Guest

    Ich kann mir nur folgendes Problem vorstellen:
    Man fährt am Berg mit kaltem Motor abwärts los und heizt infolge der Schubabschaltung mit null Spritverbrauch den Motor auch nicht auf, da ja keine Verbrennung stattfindet.
    Das kann bei höheren Drehzahlen natürlich alles andere als motorschonend sein, oder soll man alles auf den Bremsen abladen?
    Ich weiß jetzt zwar nicht, ob dieses Szenario beim AV zutreffen kann, aber ich erinnere mich noch daran, als ich damals mit meinem Audi 100 bei der Bergstation der Zugspitzbahn in Ehrwald losfuhr und infolge der Schubabschaltung im Ortsbereich von Ehrwald mit null Motorerwärmung (=keine Änderung der Temperaturanzeige) ankam.

    Wenn der Motor aber schon einmal warm ist, sollte es eigentlich kein Problem mehr geben.
    Erwin
     
  8. Gast

    Gast Guest

    Zitat:
    Reinhart schrieb am 14.01.2006 16:19

    Mir wurde vor langer Zeit, da war das auch schon mal Thema, erklärt, durch die langen Bergabfahrten käme es durch den Unterdruck zum Einsaugen von Motoröl in den Verbrennungsraum. Man konnte das bei den Fahrzeugen auch schön beobachten, wenn sie wieder Gas gaben und hinten eine blaue Fahne herauskam. Da gab es aber noch keine Schubabschaltung - es kam also immer bei den Vergasermodellen das Standgasgemisch mit rein. Bei der Schubabschaltung wird ja kein Kraftstoff eingespritzt. Es verbleibt also bei der normalen Schmierung durch das Motoröl, evtl. durch den Unterdruck in minimal größerer Menge. Eine Verdünnung des Schmierfilmes durch unverbrannten Kraftstoff findet somit nicht statt.
    Solange keine bessere Erklärung kommt, gehe ich davon aus, dass es zu keiner Schädigung des Motors kommen kann. Wie es natürlich mit dem Kat aussieht?
    Gruß Reinhart


    Die blaue Fahne tritt bei älteren Fahrzeugen auf, wenn die Ventilschaftdichtungen nicht mehr richtig abdichten. Ansonsten sehe ich keinen Nachteil bei der SA. Jeder Kompressor befindet sich in diesem Arbeitszustand. Ist auf jeden Fall besser als Ölverdünnung durch Benzin...

    Oldi
     
  9. lama

    lama Guest

    ....ich bin kein Fachmann und will mich jetzt auch nicht blamieren [​IMG]
    Aber wäre es möglich...das durch lange Bergabfahrten die Zylinderwände abkühlen? (es müßte ja nach meinem Grundwissen regelmäßig ein weiterer Luftaustausch mit Außenluft im Zylinder stattfinden)
    Kann die Temperatur dadurch an derZylinderwand soweit absinken, daß sich das Öl in einem nicht mehr optimalen Temperaturbereich befindet und damit nicht mehr optimal schmiert?
    Falls ich jetzt Unsinn geschrieben habe bitte nicht mit Steinen nach mir werfen.....
    Grüße aus dem Allgäu
    Burkhard

    (Da ich mich sehr für die Entwicklungsgeschichte bestimmter Flugzeugtypen interessiere kam mir folgende Story im Sinn: Die alte FW190 stürzte oft aus unerklärlichen Gründen beim Sturzflug ab. Die Experten waren ratlos. Der BMW 801 Sternmotor der FW190 war ein Ausbund an Zuverlässigkeit. Bis man nach langer Zeit darauf kam, das die Piloten beim Sturzflug die "Pulle" rausnahmen. Da der Propeller aber durch den Gegenwind beim Sturzflug weiter stark wie eine Turbine angetrieben wird, wurde durch das zurückgenommene Gas das Gemisch sehr dünn. Dünne Gemische haben die Eigenschaft haben sehr hohe Verbrennungstemperaturen zu entwickeln und können die Zylinderwände nicht mehr kühlen (weswegen oft Gemische ja absichtlich angefettet werden) - wurden die Motoren schlichtweg überhitzt mit fatalem Ende....Lösung des Problems: Vollgas bei Sturzflug! (Möcht ich beim Eichelberg aber nicht machen, schon alleine wegen der Rennleitung) Nur am Rande, diese Geschichte gab mir den Mut zu obigen Zeilen :D)
     
  10. #9 Reinhart, 01.02.2006
    Reinhart

    Reinhart Guest

    Zitat:
    lama schrieb am 01.02.2006 18:52
    ....ich bin kein Fachmann und will mich jetzt auch nicht blamieren [​IMG]
    Aber wäre es möglich...das durch lange Bergabfahrten die Zylinderwände abkühlen? (es müßte ja nach meinem Grundwissen regelmäßig ein weiterer Luftaustausch mit Außenluft im Zylinder stattfinden)
    Kann die Temperatur dadurch an derZylinderwand soweit absinken, daß sich das Öl in einem nicht mehr optimalen Temperaturbereich befindet und damit nicht mehr optimal schmiert?
    Falls ich jetzt Unsinn geschrieben habe bitte nicht mit Steinen nach mir werfen.....
    Grüße aus dem Allgäu
    Burkhard



    Du blamierst dich nicht.
    Bedenke aber, dass sich der Motor weiter dreht, die Kolben weiter auf und nieder flitzen und die Verdichtung ebenso weiter stattfindet. Somit findet ein gewisses Mass an Reibung statt.
    Außerdem ist der Motor ja betriebswarm oder sogar gut betriebswarm. Da müßte die Passabfahrt bis Neapel reichen...... 8)
    Dass die Verdichtung Wärme erzeugt, beweist ja der Diesel. Bei dem wird ja auch die Luft verdichtet, sie erhitzt sich und dann wird erst der Diesel eingespritzt, der dann schlagartig verbrennt.
    Übrigens mit den Ventilschaftdichtungen der BMW's - stimmt. Hatte ich glatt vergessen.
    Gruß Reinhart
     
  11. lama

    lama Guest

    @Reinhart
    ...auf die bei Verdichtung entstehende Wärme hätte ich selber kommen können. Sorry!
     
  12. #11 Avensisfreund, 01.02.2006
    Avensisfreund

    Avensisfreund Guest

    Wenn ich euch mal bei diesem Thema *Schubabschaltung* in eine andere Richtung eine für mich schwierig zu beantwortende Frage stellen darf und noch ne dolle Antwort bekommen würde das wäre schön. Mein AH hatte mir auch von der Schubab.... erzählt aber ich kann nicht nachvollziehen, wenn nichts mehr zum verbrennen rein gegeben wird in den Motor wie kann der dann, wenn ich die Kupplung trete oder anderweitig zum Standgas gelange ohne das Gaspedal zu treten, der Motor laufen ohne stottern oder abzusterben als wenn Standgas immer anliegen würde. Ich hoffe es ist verständlich für euch was ich meine. Um zu merken jetzt wird gleich keine Kraft mehr von der Strasse anliegen jetzt muss Sprit mich weiter bewegen muss doch erst mal eine Größe dasein die das dem Motor meldet, und in der Zeit müßte doch der Motor irgendwie mal zumindest in den Keller mit der Drehzahl oder gar ausgehen nach meiner Logik. Kann es sein das bei der so genannten Schubabsch.... doch immer der Standgassprit durchfließt?

    Peter(der kann Fragen stellen) :-)
     
  13. lama

    lama Guest

    Hallo!
    Was ich weiß (bin aber kein Fachmann) wird die Spritzufuhr ganz abgeschaltet. Der BC zeigt im Schiebebetrieb auch 0,00 Liter an. Das tut er im ausgekuppelten Zustand nicht. Deswegen soll man ja auch im Schubbetrieb auf eine Ampel usw. zurollen o h n e Auszukuppeln weil sonst immer noch der Standgas-Sprit durchläuft.
    Hoffe meine Angabe ist richtig.
    Grüße
    Burkhard
     
  14. #13 goescha, 01.02.2006
    goescha

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    Hallo I

    Schubabschaltung ist eine gesteuerte Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr zu einem Verbrennungsmotor, wenn dieser keine Leistung abgeben soll, sondern durch eine Schwungmasse weiter angetrieben wird, der Motor also angeschoben wird.

    Einsatz in Kraftfahrzeugen
    Eine Schubabschaltung wurde zuerst bei Dieselmotoren eingesetzt, wo die Einspritzpumpe die Kraftstoffförderung auf Null stellt, wenn der Drehzahlregler aktiv war, aber die Motordrehzahl zu groß. Dies trat in der Regel dann ein, wenn man das Gaspedal nicht betätigt hatte und der Motor vom Fahrzeug geschoben wurde.

    Diese Technik wurde in den 1980er Jahren auch für Ottomotoren adaptiert und hielt im Rahmen des Einsatzes von Elektronische Einspritzanlage|Motorsteuergeräten Einzug beim Ottomotor. Dabei konnte abhängig von einigen Parametern (Motortemperatur, Drehzahl, Drosselklappenstellung) die Kraftstoffförderung abgeschaltet werden.

    Die Schubabschaltung dient im wesentlichen der Kraftstoffeinsparung.

    Quelle: LEXI.donx.DE

    Gruß Götz I.
     
  15. #14 goescha, 01.02.2006
    goescha

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    Hallo II

    weiter:

    Auch interessant aber etwas off topic:

    Starnberg – Das Erstaunlichste ist: Wir sind auch noch schneller am Ziel. Und das, obwohl wir extra sparsam gefahren sind. Und ein langsamer Tanklaster vor uns tuckerte. Und ich deshalb das Gefühl hatte, wir werden nie ankommen. Aber nein: Dank der Eco-Fahrweise hat der Motor statt 5,4 Liter wie in der ersten Runde nur noch fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Kilometer pro Stunde statt zuvor 31. Schneller vorankommen und dabei Geld sparen: eine attraktive Kombination. Den zehn Teilnehmern des Spritsparkurses, die sich am Donnerstagmorgen im Landratsamt eingefunden haben, geht es in erster Linie ums Sparen. Hans Pölz aus Dachau zum Beispiel schult ehrenamtlich die Fahrer des Malteser Hilfsdiensts für den Münchner Westen. „Da macht es viel aus, wenn man sparsam fährt“, sagt er. Bis zu 50 000 Kilometer schaffen die Fahrzeuge der karitativen Organisation. Auf der Teststrecke vom Starnberger Landratsamt nach Berg, die Anita Löffler und Ulrich Pfeiffer von der

    Firma Eco-Consult ausgewählt haben, fahren wir nur rund zehn Kilometer: kurz auf die Autobahn, durch Percha durch, in Kempfenhausen geht es leicht bergauf, dann leicht bergab nach Berg hinein und einmal durch die Schatzlgasse am Rathaus vorbei. Nach Starnberg zurück geht’s bergab und das Auto läuft praktisch von allein. Der Spritverbrauch bestätigt das: 5,4 Liter habe ich im Durchschnitt verbraucht. Für den Diesel-Kombi von Mazda, mit dem wir unterwegs sind, ist das nicht viel. Und das soll noch zu toppen sein? „Durch die Eco-Fahrweise können Sie mit einem großen Auto natürlich viel mehr Sprit sparen“, räumt Ulrich Pfeiffer ein. „Von 14 Liter nach neun Liter geht leichter als von sieben nach fünf. Aber Ihr Ergebnis können wir auch noch verbessern“, ist er zuversichtlich. Pfeiffer und Löffler, die 1997 ihre Firma Eco-Consult gründeten, haben bereits 17 000 Autofahrer geschult. Darunter war Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf und mancher Chauffeur einflussreicher Wirtschaftsbosse.


    Gruß Götz II
     
  16. #15 goescha, 01.02.2006
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    Hallo III

    und weiter...

    „Einer erzählte, dass sein Chef aufsah, sobald er unter Tempo 170 war, und fragte: ,Was ist mit dem Auto los?‘“ Eine harte Nuss für einen Kursleiter, der sparsames Autofahren vermitteln möchte. Wer nach Löfflers und Pfeiffers Tipps fahren will, muss erst einmal mit alten Gewohnheiten brechen. Die alte Formel 20-40-60 – ab Tempo 20 in den zweiten Gang, ab 40 in den dritten, ab 60 in den vierten – gilt für die Eco-Fahrweise nicht mehr. „Je höher die Drehzahl, desto höher der Spritverbrauch“, sagt Anita Löffler. Also erst gar nicht hochtourig fahren: „Aus dem ersten Gang sollten Sie relativ schnell hochschalten; dasselbe gilt für den zweiten und dritten Gang. In den kleinen Gängen schnell beschleunigen und dann im vierten oder fünften Gang die Geschwindigkeit halten.“ Und auch lieber einen Berg im vierten Gang hochfahren als im dritten hochspritzen. „Wenn Sie die Wahl haben zwischen Schalten und Gas geben, immer Gas geben“, empfiehlt Pfeiffer. „Außer der Wagen zieht nicht mehr, dann müssen Sie natürlich zurückschalten“, ergänzt Löffler. Mit 40 im vierten Gang: Für Eco-Fahrer ist das ganz normal. Für uns Schüler noch nicht.


    Gruß Götz III

     
  17. #16 goescha, 01.02.2006
    goescha

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    Hallo IV

    und weiter...

    Das hört sich komisch an, wenn der der Motor bei 40 so tief brummt“, stellt Vielfahrer Pölz fest. „Die neuen Motoren halten das aus“, erklärt Ulrich Pfeiffer. „Wenn Sie früher bei 50 im fünften Gang unterwegs waren, haben Sie relativ viel verbraucht und dabei viel Abgase produziert“, sagt Anita Löffler. „Und die Zündkerzen waren schnell verrußt.“ Heute sei das Gaspedal nurmehr ein elektronischer Impulsgeber. „Alles andere macht die Motorelektronik.“ Untertourig fahren ist das eine, die Fähigkeiten des Autos ausnutzen das andere, das zum Benzinsparen beiträgt. Das Zauberwort heißt Schubabschaltung. Den Begriff kennt keiner, die Wirkung sehr wohl: einfach das Auto laufen lassen, ohne das Gaspedal zu drücken. Damit kommt man relativ weit „und braucht keinen Tropfen Benzin“, versichert Pfeiffer. Der Praxistest beweist es: Von Kempfenhausen nach Starnberg zeigt die rote Digitalanzeige vor allem eine Zahl: 0. Weil’s so schön bergab geht. Im fünften Gang fährt der Kombi fast wie von selbst. Keinesfalls sollte man aber den Gang rausnehmen: „Der Leerlauf braucht mehr als die Schubabschaltung“, erklärt Pfeiffer. Auch hier bestätigt die Praxis seine Worte. Wir lassen den Wagen an die rote Ampel im vierten Gang hinrollen. 0,0. Kurz bevor er steht, drücke ich die Kupplung. Gleich schnellt die Anzeige hoch auf 6,7. Zwar nur für ein paar Meter, aber immerhin. Die Schubabschaltung, laut Pfeiffer eine Erfindung von BMW aus dem Jahr 1983, ist die beste Freundin des sparsamen Autofahrers. Der muss allerdings vorausschauend und gleichmäßig fahren, will er sie optimal ausnutzen. „Sie müssen weit nach vorne schauen, dann werden Sie nicht überrascht“, sagt der Kursleiter. Etwa von spontan bremsenden Vordermännern. „Wir empfehlen zum Sicherheitsabstand einen Pufferabstand“, erklärt Pfeiffer. Bremse der Autofahrer vorne, reiche es oft, vom Gas herunterzugehen. Damit schenkt man sich das Bremsen – und verschenkt keinen Sprit. „Ich stelle mir oft vor, dass die Leute beim Autofahren das Geld zum Fenster hinauswerfen“, sagt Pfeiffer. Ihm geht es nicht nur darum, die Menschen zum Sparen anzuhalten. Er will ihnen eine andere Fahrweise vermitteln:einen rücksichtsvolleren, vorausschauenderen und damit sichereren Stil. „Ich will zu einer besseren Fahrkultur beitragen“, sagt er. Statistiken zeigen, dass sein Ziel gar nicht so ambitioniert ist: „Wir haben Busfahrer in Berlin geschult. Die Unfallquote war danach um 70 Prozent niedriger.“ Das selbe sei bei der Berliner Post passiert:

    „Nach dem Eco-Training wurde zwar nur fünf Prozent weniger Sprit verbraucht, die Unfälle gingen aber um 69 Prozent zurück“, berichtet Pfeiffer. Bei einem Durchschnittsschaden von 400 Euro sei das ein wichtiger Kostenfaktor. Anita Löffler, die früher in der Handball-Bundesliga spielte und bei Auto-Rallyes dabei war, unterstreicht die sportliche Seite des sparsamen Fahrens. „Die wirtschaftliche Fahrweise ist sehr zügig: Sie kommen zügig auf Ihre Sollgeschwindigkeit“, sagt sie. Wieder beweist die Praxis, dass sie recht hat: Fast alle zehn Teilnehmer des Kurses fahren im zweiten Durchgang nicht nur ökonomischer, sondern auch schneller. Der Spritverbrauch hat sich im Durchschnitt um 16 Prozent gesenkt, die Geschwindigkeit wuchs dagegen um acht Prozent. Aufschlussreiche Zahlen, auch wenn sie nur bedingt repräsentativ sind wegen des unterschiedlichen Verkehrsaufkommens. Hochgerechnet auf eine Jahresleistung von 25 000 Kilometern wären das 313 Euro weniger fürs Benzin. Kursteilnehmerin Barbara Probst-Polasek hatte ebenfalls das Pech mit dem Tanklastzug und war deshalb im zweiten Durchgang langsamer. Die Eco-Methode hat die Vielfahrerin dennoch überzeugt: „Phänomenal“, lautet ihr Kommentar. „Ich dachte, ich fahre schon sparsam. Aber da ist immer noch etwas drin. Das Schöne ist: Man kann gelassener fahren, kommt schnell an sein Ziel und braucht weniger Sprit.“ Pfeiffer kennt solche Reaktionen. „Wir kriegen sie alle“, sagt er. „Den notorischen Schnellfahrer und die Schnecke. Mich freut immer, wenn Leute sich melden und berichten, dass sie mit einem Tank 100 oder 150 Kilometer weiter kommen als früher.“
    Quelle: Starnberger Merkur Wochenende, 12/13. November 2005


    Gruß Götz IV
     
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  19. #17 Avensisfreund, 01.02.2006
    Avensisfreund

    Avensisfreund Guest

    Danke Göscha und lama für so viel Text muss ich mal guggen was da passiert wenn ich ohne Gang an die Kreuzung fahre, hab ich mit Gang gemacht bis jetzt. :-)
     
  20. Gast

    Gast Guest


    Schubabschaltung kann man fühlen! Fahrt mal im 2. Gang und nehmt das Gas weg, dann bremst der Motor. Lasst ihn runterkommen und sensibilisiert eure Sinne, dann merkt ihr irgendwann, dass die Bremswirkung schlagartig aussetzt und der Wagen "leichter" rollt. Ich hab jetzt extra keine Drehzahlen genannt, einfach mal hinfühlen....


    Oldi
     
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