Pop-Off-Ventil Erklärungsversuch

Diskutiere Pop-Off-Ventil Erklärungsversuch im Tuning Forum im Bereich Avensis Drumherum (T22, T25 und T27); Moin! Ich habe den BOV-Thread gelesen. Leider ging der ja aus dem Ruder. Mal so zur Info: ein solches Ventil ist nicht dazu da laute Geräusche...

  1. #1 Novak Dimon, 11.05.2006
    Novak Dimon

    Novak Dimon Guest

    Moin!
    Ich habe den BOV-Thread gelesen. Leider ging der ja aus dem Ruder.
    Mal so zur Info: ein solches Ventil ist nicht dazu da laute Geräusche zu machen. Das ist nur ein Nebeneffekt.
    Der Sinn des ganzen ist bei Turbomotoren einen gleichmäßigen hohen Ladedruck beizubehalten und damit eine gleichmäßige Beschleunigung ohne Leistungseinbruch beim Schalten zu erzielen.
    Hintergrund: beim Beschleunigen steigt die Drehzahl des Turbos und somit der Ladedruck. Wird nun geschaltet nimmt die Drehzahl des Motors für einen kurzen Moment ab und im Druckkanal (hinter dem Torbo) entsteht ein Luftstau der den Turbolader abbremst. Das Pop-Off-Ventil soll diesen Stau verhindern indem es die Luft ablässt (was nebenbei das markante Zischen erzeugt) und dem Lader erlauben die hohe Drehzahl beizubehalten, so daß nach dem Schaltvorgang sofort wieder der maximale Ladedruck anliegt.
    Allerdings muß solch ein Ventil auf den Motor bzw den Ladedruck abgestimmt sein. Bei einem "normalen" Turbodiesel wie er im Avensis steckt wird der Ladedruck evt. gar nicht ausreichen um des Ventil überhaupt zu öffnen. Diese Teile sind nämlich für aufgemotzte Rennkarren erfunden deren Ladedrücke weit höher sind als bei unseren Avensi.
    Ein Arbeitskollege hat ein Ventil (das dem im anderen Thread verdächtig ähnlich sieht) bei eBay gekauft und in seinen 2l Astra Coupe Turbo eingebaut. Das Teil hat kaum einen Effekt erzielt weil es einfach zu hart ist und kaum öffnete. Effekt also null. Und der Ladedruck vom Astra ist höher als der vom Avensis.

    Ich kann also nur abraten irgendein Universalventil zu kaufen.
    Wer nen MR2 aufpustet der wird eher was davon haben. ;)

    Gruß
    Christian

    PS: Es kursierten mal Videos von Verfolgungsjagten hier im Forum. Der MR2(war doch einer :rolleyes: ) demonstriert solch ein Ventil recht eindrucksvoll. [​IMG]
     
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  3. ck

    ck Guest

    Zitat:
    Novak Dimon schrieb am 11.05.2006 00:59
    Der Sinn des ganzen ist bei Turbomotoren einen gleichmäßigen hohen Ladedruck beizubehalten und damit eine gleichmäßige Beschleunigung ohne Leistungseinbruch beim Schalten zu erzielen.
    Bei unserem Avensis ist mir noch kein Turboloch aufgefallen. Ich denke doch, Toyota verbaut ein Schubumluftventil?

    ck. :rolleyes:
     
  4. #3 burki_s, 11.05.2006
    burki_s

    burki_s Routinier

    Dabei seit:
    31.03.2005
    Fahrzeug:
    Lexus RX450h
    Verbrauch:
    Hallo Christian,

    Danke für den sachlichen (!) Beitrag. Ich hatte den BOV-Thread auch gelesen, mich gefragt, was das Teil denn nun bewirken soll, aber mich einer Frage bzw. eines Beitrags enthalten, da man bei Interesse (und sei es auch nur an der Funktionsweise) dort sofort "verhauen" wurde.

    Nochmals Danke und Gruß, Burkhard.

    PS: Nein, ich will so'n Teil nicht einbauen... ;) ;)
     
  5. #4 Funbiker-1, 11.05.2006
    Funbiker-1

    Funbiker-1 Guest

    Zitat:
    Bei unserem Avensis ist mir noch kein Turboloch aufgefallen. Ich denke doch, Toyota verbaut ein Schubumluftventil?

    ck.


    Wenn Du Deinen Ave bei Laune - sprich Drehzahl hälst - und beim Beschleunigen / Hochschalten nicht unter 1.900 UPM kommst, hast Du recht. Hast Du aber einmal versucht, aus niedrigen Touren (1.300 - 1.500 UPM) - ohne Schalten - zu beschleunigen? Mache es einmal und dann wirst Du garantiert das "Turboloch" finden / bemerken. Zuerst geht fast gar nichts und wenn Dein Wagen dann so 1.900 / 2.000 UPM erreicht hat, kommt ein richtiger Schub. Das vor dem Schub ist das Turboloch :)) .

    Gruß

    Funbiker-1
     
  6. #5 tokaalex, 11.05.2006
    tokaalex

    tokaalex Guest

    Hallo,

    Zitat:
    Das vor dem Schub ist das Turboloch ...

    Also mir wurde das mal anders erklärt: wenn der Turbo noch nicht eingesetzt hat, kann auch kein Loch entstehen, da der Turbo ja eben nicht arbeitet.
    Das Turboloch sollte nach der mir bekannten Erklärung nach Einsetzen des Turbos einsetzen, und zwar bei ungleichmäßiger Kraftentfaltung des Turbos. Also der Turbo arbeitet, aber erst langsamer, um dann urplötzlich loszuschlagen. Das Turboloch wäre dann die zwar vorhandene, aber eher wirkungslose Kraft des bereits arbeitenden Turbos. :rolleyes:

    Die war hauptsächlich früher bei den älteren Turbodieseln vorhanden, es gab aber auch mal eine 500er Honda mit Turbo, die so ein "tödliches" Loch hatte. Die neueren Diesel sollten das eignetlich fast nicht mehr haben ... [​IMG]

    Auch bei Twin-Turbos spricht man wohl davon, wenn der eine Turbo zwar noch arbeitet, aber der andere noch nicht eingesetzt hat und somit der zweite Kraftschub auf sich warten lässt. Allerdings bin ich noch nie mit einem Twin gefahren ... ;(
     
  7. #6 Novak Dimon, 11.05.2006
    Novak Dimon

    Novak Dimon Guest

    [style=margin:20px; margin-top:5px]Zitat:[/style]
    Das vor dem Schub ist das Turboloch ...

    Also mir wurde das mal anders erklärt: wenn der Turbo noch nicht eingesetzt hat, kann auch kein Loch entstehen, da der Turbo ja eben nicht arbeitet.
    Das Turboloch sollte nach der mir bekannten Erklärung nach Einsetzen des Turbos einsetzen, und zwar bei ungleichmäßiger Kraftentfaltung des Turbos. Also der Turbo arbeitet, aber erst langsamer, um dann urplötzlich loszuschlagen. Das Turboloch wäre dann die zwar vorhandene, aber eher wirkungslose Kraft des bereits arbeitenden Turbos. :rolleyes:



    Moin!
    Ein Turboloch tritt in den unteren Drehzahlbereichen auf in denen auch der Turbolader mit niedriger Drehzahl läuft. In diesem Bereich stellt er verständlicherweise nicht den hohen Ladedruck zur Verfügung wie in den oberen Drehzahlbereichen. Früher war mit nem Turbodiesel allerdings rein gar nichts zu holen solange kein Ladedruck anlag. Daher hatte man dieses Turboloch nach dem Schalten. Moderne Diesel haben dieses Problem i.d.R. nicht mehr.

    Es haben übrigens (laut meinem Arbeitskollegen) alle modernen Turbomaschinen serienmäßig ein Pop-Off-Ventil eingebaut. Allerdings sind diese Teile recht klein dimensioniert und so konstruiert daß sie möglichst kein lautes zischen abgeben. Das dient dazu den Turbolader zu schonen und den Überdruck in der Leitung abzubauen. So ein Ventil verhindert kein Turboloch.

    Diese Nachrüst-Ventile sind natürlich größer dimensioniert und sollen jeglichen Luftstau abbauen. Un korrekt zu funktionieren müssen die Dinger allerdings unter Last eingestellt werden damit sie den max. Ladedruck halten und erst bei Überdruck öffnen.

    Achja diese Dinger kann man übrigens bei eBay für 60 Euronen kaufen. ;)

    Gruß
    Christian
     
  8. ck

    ck Guest

    Sind Pop-Off-Ventile eigentlich StVZO-zugelassen bzw. zulassungsfähig?

    ck. :rolleyes:
     
  9. #8 Novak Dimon, 11.05.2006
    Novak Dimon

    Novak Dimon Guest

    Zitat:
    ck schrieb am 11.05.2006 16:57
    Sind Pop-Off-Ventile eigentlich StVZO-zugelassen bzw. zulassungsfähig?

    ck. :rolleyes:


    Soweit ich weiß braucht man ne ABE, wenn es keine gibt muß man das beim TÜV vorführen.

    Gruß
    Christian
     
  10. bill

    bill Guest

    Danke Novak Dimon !!!

    Ich bin sicherlich auch mit ein wenig Schuld (im genannten anderen Beitrag), da ich echt nicht wußte, für was dieses Teil eigentlich ist. Daher auch meine Frage dort und damit hatte ich wohl eine Lawine ausgelöst. Nun weiß ich's und sorry.


    Darf ich noch etwas anders fragen? Extra für diese Frage ein neues Thema eröffnen finde ich ein wenig aufgebläht.
    Es gibt ja auch hier noch so eine Umfrage mit einer Schubabschaltung - was ist das??? ?(

    Danke im voraus

    Gruß Bill

     
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  12. #10 Novak Dimon, 12.05.2006
    Novak Dimon

    Novak Dimon Guest

    Moin!
    Zur Schubabschaltung klau ich der Einfachheit (und evt. auch der Richtigkeit ;) ) halber bei Wikipedia.

    Zitat:
    Schubabschaltung ist eine gesteuerte Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr zu einem Verbrennungsmotor, wenn dieser keine Leistung abgeben soll, sondern durch eine Schwungmasse weiter angetrieben wird, der Motor also angeschoben wird.

    Eine Schubabschaltung wurde zuerst bei Dieselmotoren eingesetzt, wobei die Einspritzpumpe die Kraftstoffförderung abschaltet, wenn der Drehzahlregler aktiv und die Motordrehzahl zu groß war. Dies trat in der Regel dann ein, wenn man das Gaspedal nicht betätigt hatte und der Motor vom Fahrzeug geschoben wurde. Beim Ottomotor wird die Schubabschaltung seit 1980 in elektronischen Einspritzanlagen verwendet. Dabei wird die Kraftstoffzufuhr über die Einspritzventile abhängig von einigen Parametern (Motortemperatur, Drehzahl, Drosselklappen- bzw. Gaspedalstellung) abgeschaltet.

    Die Schubabschaltung dient im Wesentlichen der Kraftstoffeinsparung. Durch Auskuppeln beim Gaswegnehmen oder Bremsen wird der mögliche Spareffekt größtenteils zunichte gemacht.


    Gruß
    Christian
     
  13. #11 Novak Dimon, 12.05.2006
    Novak Dimon

    Novak Dimon Guest

    Wo ich grad bei Wiki am stöbern bin habe ich auch eine sehr gute und bestimmt technisch korrektere Version der Erklärung des Pop- oder Blow-Off Ventils gefunden.
    Im übrigen ist der gesamte Text über Turbolader sehr interessant.

    Zitat:
    Umluftventil

    Wirkungsweise ohne Umluftventil

    Wenn die Drosselklappe bei Benzinmotoren geschlossen wird, stößt die in Bewegung befindliche Luftsäule auf die Klappe. Die Luftsäule (Drucksäule) kehrt um, läuft vor das sich drehende Verdichterrad des Turboladers und bremst dieses stark ab, was bei hohem Ladedruck auf Dauer zur Zerstörung des Turboladers führen kann (ohne oder bei einem defekten Umluftventil). Außerdem sind starke Strömungsgeräusche hörbar, hierbei wird der Verdichter ins Pumpen gedrückt.

    Wirkungsweise mit Umluftventil

    Um dieses uneffektive Abbremsen zu verhindern, wird die Luftsäule mittels des Umluftventils abgelassen. So kann sich der Lader frei weiterdrehen, ein erneuter Druckaufbau wird verkürzt und ein schnelleres Beschleunigen des Turboladers, zugunsten eines besseren Ansprechverhaltens nach dem Schaltvorgang, erzielt.

    Universelle (meist als offene Systeme vorgesehen) aus dem Zubehörmarkt lassen sich fast immer in einem festgelegten Bereich in Ansprechung bei einer bestimmten Druckschwelle einstellen, werksseitige verfügen seltener über diese Möglichkeit, um unsachgemäße Veränderungen der Werkseinstellung zu verhindern.

    Umluftventile sind heutzutage in fast allen Turboladermotoren eingebaut und werden auch bei amerikanischen Indy-500 Rennfahrzeugen eingesetzt.

    Offene / Geschlossene Systeme

    Beim offenen Umluftventil wird die überschüssige Luft nicht zurück in den Ansaugkanal (geschlossenes Umluftventil / System), sondern abrupt in die Atmosphäre abgeleitet. Der Anbau an einen Motor mit Luftmengen- oder Luftmassenmesser kann problematisch sein, da die Luft, die ins Freie statt in den Ansaugtrakt gelangt, bereits vom Motorsteuergerät erfasst wurde und die Kraftstoffmenge zur richtigen Gemischbildung darauf angepasst wird. Als Folge der fehlenden Luft kommt es zu einer Überfettung des Gemisches, die Motorleistung sinkt, der Motor kann stottern, die Lambdasonde und der Kat können zerstört werden. Daher ist von einem Umbau auf ein offenes System (ohne Neuprogrammierung des Motorsteuergerätes) dringend abzuraten. Außerdem erlischt die "Allgemeine Betriebserlaubnis" (ABE) des Fahrzeuges, da ungefilterte, ölhaltige Abgase (durch die Ölschmierung des Turboladers und der evtl. Kurbelgehäuseentlüftung, die in das Ansaugsystem führt) in die Umwelt abgelassen werden.

    Ventilarten

    Beim Umluftventil sind zwei Ventilarten gängig, Membran oder Kolben. Der Kolben spricht feinfühliger an und schließt schneller, jedoch besteht die Gefahr eines Kolbenklemmers und damit einer Fehlfunktion (bleibt offen oder öffnet nicht).

    Eine Sonderform stellen die elektronisch gesteuerten (sonst rein druckgesteuert) dar. Über einen Steuergerät oder eine einfache elektrische Schaltung wird das elektrische Ventil geöffnet oder geschlossen und kann damit auch unabhängig vom Druck beliebig gesteuert werden. Dabei ist auch die Nutzung in einem Dieselmotor ohne Drosselklappe möglich, dort hat es jedoch keinen technischen Sinn und dient lediglich dem Showeffekt durch das je nach Ladedruck laute Abblasgeräusch bei einem offenen System.

    Gängige Bezeichnungen

    Abblasventil, Ablassventil, Überdruckventil, (Schub-)Umluftventil. Englischsprachige Bezeichnungen, die auch häufig verwendet werden: Blow-Off-Valve (BOV), Pop-Off (wobei diese Bezeichnung falsch ist, da es sich dabei um ein Spitzendruckventil handelt welches den Motor vor zu hohen Ladedrücken schützen soll).


    Gruß Christian
     
Thema: Pop-Off-Ventil Erklärungsversuch
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